| Immer
wieder wird uns die Frage gestellt: Ist ein kleiner Platz nicht
gefährlich ? Und: Sind
die abenteuerlich aussehenden UL-Flugzeuge mit den kleinen 2-Takt-Motoren
selbst gefährlich
?
WIR sagen: Nein - im Gegenteil. -
Zumindest generell nicht für
DIE Piloten, welche ihre Ausbildung erfolgreich auf besonders
kleinen Grasplätzen
absolviert haben.
Ausbildung
auf kleinen Pisten - fast schon eine Lebensversicherung !
Denn: Sollte irgendwann einmal im
fliegerischen Leben dieser Piloten während
eines Fluges z.B. der Motor ausfallen oder ein anderer technischer Defekt
erfolgen, landen diese Kameraden fast wie "daheim" irgendwo
auf einem Acker oder irgendeiner Wiese. Auch lassen sich diese Piloten
kaum dazu verleiten, in schlechtes Wetter einzufliegen. Das Gras, bzw.
Gelände mit natürlichem Bewuchs ist den Piloten vertraut und so fällt
diesen Piloten eine rechtzeitig geplante Sicherheitsaußenlandung durchaus
leichter, als den Kameraden die es nur gewohnt sind, auf 1.000m Asphalt
zu landen. Dies wird auch dadurch bestätigt,
daß herkömmliche, offene und somit legal betriebene UL-Flugzeuge kaum
noch negativ in den Unfallstatistiken auftauchen.
Diese
dann "auserkorene" Notlandefläche wird
zu 99 % wesentlich größer,
bzw. länger sein, als der gewohnte, heimatliche Flugplatz mit nur
200m Pistenlänge. Auch
nutzen erfahrene Piloten von Kleinstflugplätzen durchaus die Möglichkeit,
sich einen Acker in Windrichtung auszusuchen. Somit
ist die Aufsetzgeschwindigkeit gegen den Wind wesentlich geringer.
Todbringende
s.g. Umkehrkurven unmittelbar
nach dem Start werden von durchtrainierten Piloten gar nicht erst in
Erwägung
gezogen. So wie diesem Piloten des MAC nach einem Motorausfall unmittelbar
nach dem
Start: Nase runter - geradeaus landen - fertig.
Die
Piloten des MAC spulen also im Falle eines Falles ihr „gewohntes
Programm“ ab und bringen ihren eventuellen Passagier, sich selbst
und darüber hinaus sogar ihr Flugzeug auch wieder sicher und unbeschadet
an den Boden zurück
(siehe Foto). Zahlreiche, erfolgreich absolvierte Notlandungen ohne toi,
toi, toi, jeglichen Personenschaden über einen Zeitraum von 20 Jahren sprechen
sicherlich für sich.
Welcher andere, große Flugplatz kann dies von sich behaupten
?
Viele andere, meist große Flugplätze führen
im Gegensatz hierzu, meist eine äußerst traurige Bilanz: Schlechte
Piloten-Ausbildung durch mangelndes Training bei Start und Landung.
Bei anderen Flugschulen darf man darüber hinaus schon durchaus von
einer regelrecht gewissenlosen Ausbildung sprechen. Denn der
illegale Einsatz von überladenen, modernen UL-Flugzeugen ist vorsätzlich
und daher als absolut skrupelos
zu bezeichnen. Das BMVBW (Bundesministerium für Verkehr ...) weist
in seinem Schreiben vom 13.06.2002 an die Betreiber von Flugplätzen noch
einmal ausdrücklich
auf das Erlöschen
des Versicherungsschutzes hin.
Jährliche
Totalschäden durch Piloten von bestimmten, meist größeren
Flugplätzen sind keine Seltenheit. Bei einigen großen Plätzen
enden eventuelle Notsituationen bereits zum X-ten Mal in einem Desaster
oder gar in einem Inferno. Der Grund: Immer wieder überladene UL-Flugzeuge
und oft schlecht ausgebildete Piloten. Wobei man diesen Unglücks-Piloten
eigentlich noch nicht einmal einen Vorwurf machen kann, denn sie haben
es ja leider nicht besser gelernt. Denn Fliegen ist die strikte Einhaltung
von Gewicht und Balance sowie immer wieder erneutes trainieren von Start
und Landung. Dies sind alte und absolut unbestrittene Fliegerweisheiten.
Und hieran mangelt es leider viel zu oft. - Gerade in der UL-Fliegerei
und gerade beim Einsatz von s.g. "modernen" UL-Flugzeugen,
die eigentlich keine UL-Flugzeuge sind. Lediglich die Zulassung der "modernen" UL´s
erfolgt in der BRD über die Schiene des UL-Reglements.
Auf
unseren Seiten zeigen wir das eine oder andere Bild von verunglückten
UL´s. Da schwere Unfälle aus dem Bereich der "offenen" UL´s
in den letzten Jahren kaum auftraten, beziehen sich diese Fotos derzeit
ausschließlich
auf UL-Flugzeuge der s.g. "modernen" Generation.
Die Fotos sollen in keiner Weise
dem Voyeurismus dienen! Wir erhoffen uns einzig und allein hierdurch
eine Besinnung zu den derzeitigen Problemen
der UL-Fiegerei. Mögen die Unfälle zu einer ordentlichen Aufklärung
beitragen und in Zukunft verhindert, bzw. dezimiert werden.
Je größer
der Flugplatz, umso schneller fliegen sich die Flugschüler
dort frei. Machen also dort relativ frühzeitig ihren 1. Alleinflug.
Der Lernerfolg stellt sich so bereits in sehr kurzer Zeit ein. Da jedoch
auch meist mit der Größe des Flugplatzes die Start- und Landegebühren
in die Höhe schnellen, schränkt man zwar unbewußt, aber
leider auch automatisch die Anzahl der eigenen Starts und Landungen ein.
Normaler Weise ist dies auch kein Problem, wenn alles seinen (wie sonst
auch) geregelten und gewohnten Gang , bzw. Flug verläuft. Aber wehe
den Piloten, die mit „nur“ 120 oder 160 Starts und Landungen
ihre praktische Prüfung absolviert haben und dann irgendwann vielleicht
einmal ein technisches Problem in der Luft bekommen. - Das Ergebnis kann
man leider dann sehr oft aus der Tagespresse entnehmen. Mehr zu dieser
traurigen Statistik können
Sie z.B. auf unserer Seite: Unfallbilanz
2004 entnehmen.
Warum weisen
wir hier immer wieder auf diese sicherlich negativen Dinge der UL-Fliegerei
hin? Sind es nicht immer wieder irgendwelche Abstürze,
welche die Fliegerei insgesamt in ein negatives Licht stellt? Sind es
nicht immer wieder ausgerechnet DIE UL-Flugzeuge, welche einen vermeintlich „sicheren“ 4-Takt
Motor haben und doch so Flugzeugähnlich und dadurch überaus
sicher aussehen? Sind es nicht DIE Fluglehrer, die eine fragwürdige
UL-Ausbildung erbringen, weil ihre Schulungsmaschinen hoffnungslos und
ständig überladen
sind?
All dies sind Fragen, welche viele Kameraden aus der
Zunft UL-Flug nicht gerne hören bzw. diskutieren. Denn zweifellos:
Es schadet dem Geschäft.
Auf dem Fluggelände des MAC z.B. gibt
es keine Start- und Landegebühren.
Aus diesem Grunde tut es dem Geldbeutel z.B. unserer Piloten auch nicht
zusätzlich
weh, wenn man mal zwischendurch wieder einige Starts und Landungen trainiert.
Dies und einige andere Dinge, sieht die Clubleitung des MAC z.B. auch
als einen aktiven Beitrag zur Sicherheit von Pilot, Schüler und
auch Passagier.
Auch ist die
Platzrunde in Naunheim relativ klein und so erfolgen z.B. 10 Touch and
go´s (10 Starts, 10 Platzrunden, 10 Anflüge und
10 Landungen) in nur 25 Minuten. Die kurze Folge komplizierter, fliegerischer
Bedienungsvorgänge bildet auch eine zusätzliche, geistig durchtrainierte
Entschlossenheit zu den jeweiligen Teilen innerhalb einer Platzrunde.
Und auch in der Ausbildung absolvieren die UL-Flugschüler des MAC
bis zur praktischen Prüfung in der Regel 350 bis 400 Starts und
Landungen.
Und all dies erfolgreich auf einem sehr kleinen Platz.
Auf
diese Weise sind Piloten (allgemein) von kleineren Flugplätzen
nebst fleißigem Start- und Landetraining wesentlich belastbarer
und viel eher bereit, auch mal eine sichere, rechtzeitige Außenlandung
z.B. einem Einflug in schlechtes Wetter vorzuziehen.
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