Arbeiten mit dem Strömungsabriß
Während die meisten UL-Fluglehrer / UL-Flugschulen den "Strömungsabriß" /
"Stall" oder "überzogenen Flugzustand" nur nebenbei in ihrer Ausbildung erörtern
und erfliegen, arbeiten wir permanent mit dem Strömungsabriß.
Es ist KEIN Kunststück, ein UL mit irgendeiner Fluggeschwindigkeit, auf einer 1.000m langen Piste
(auch ohne Schleppgas) irgendwie und irgendwo dort hinzupflastern. Der Flugschüler / die Flugschülerin
kommt bei einem 1.000m-Platz zwar schnell zum 1. Alleinflug und anderen Erfolgserlebnissen, aber spätere
Probleme (z.B. bei Motorausfall u.ä.) sind so quasi schon vorprogrammiert. Denn ein vielleicht mal
erforderliches Notlandefeld wird nicht unbedingt mal grade 1.000m lang und eben sein.
Das Kunststück mit einem Flugzeug (generell) ist: Die Mühle bei stehendem Prop in einem vorgegebenen
Minimalbereich (unser Trainingsbereich: 150 x 15m) mit dem Strömungsabriß hinzusetzen. - Egal ob da im
Ernstfall ein Flugplatz unterm Hintern ist, ein Kornfeld, oder sonstwas. - Bei uns MUSS das komplette Prozedere:
Zum Platz hin perfekt anschweben / gleiten, um dann an der Schwelle den Bodeneffekt optimal ausnutzend und innerhalb
150m auszuflairen und zum Stillstand zu kommen. - Die wenigsten UL-Piloten und auch Fluglehrer, können dies
und fliegen kurze Plätze wie unseren nur mit Schleppgas an. - Unsere Philosophie ist es, generell OHNE
Schleppgas anzufliegen. Dies ist ein grundlegender Eckpfeiler in unserer Ausbildung, gilt aber selbstverständlich
auch generell für alle anderen Flugbereiche. Siehe prominentes Beispiel: Notwasserung von Flugkapitän
Chesley B. Sullenberger mit einem Airbus A-320 auf dem Hudson-River in New-Jork, am 17. Jan. 2009.
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Kurzer Anflug auf kleine Piste
Piloten haben hier keine Zeit zum rumtrödeln. Die Platzrunde ist mindestens genauso schnuckelig, wie die
Piste selbst. - Also klein, knapp und dauert z.B. mit einer C-22 nur ca. 2 Minuten.
Dies bedeutet: In 20 bis 25 Minuten machen wir locker 10 Starts, 10 Steigflüge, 10 Horizontalflüge,
10 Sinkflüge, 10 Landeanflüge, 10 Landungen, einschließlich der sich ständig wiederholenden
Übergänge / Lastwechsel: Gas geben - Gas reduzieren / Nase runter - Nase hoch / Kurve einleiten - Kurve
ausleiten und und und und und.
Die Vielfalt machts
An- und Abflüge erfolgen zu den unterschiedlichsten Windrichtungen (mit Gegen-, Rücken- und
Seitenwind) und ständig wechselnden Windstärken. Turbulenzen sollen möglichst früh erkannt
und berücksichtigt werden - wenn´s geht: Bevor man da reinfliegt. Auch fließen andere
Wetterbedingungen (Luftdruck, Temperatur und Feutigkeit bezüglich Motor- und Flugleistung etc.) immer
wieder mit in die alltägliche Flugvorbereitung mit ein.
Dies bedeutet für den Flugschüler / -in: Dauerstreß von Anfang an. Natürlich fliegen wir die
Platzrunden zum ersten angewöhnen etwas großzügiger. Wenn dann aber die erste Routine in die
Handhabung zum Flieger kommt, wird immer schärfer "geschossen", ohne das dies dem Flugschüler
/ der Flugschülerin überhaupt bewußt wird. - Bei Plätzen, wo die Platzrunde 6 bis 8 Minuten
dauert, ist dieses Prozedere natürlich kein Problem. Man(n) / frau hat ja Zeit. - Nur benötigt man dann
auch für 10 Platzrunden entsprechend viel Zeit (Charter, Fluglehrer, Sprit etc.).
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Anflüge aus verschiedenen Positionen
Die Landeanflüge und Landungen werden aus den unterschiedlichsten Positionen und Höhen heraus und
permanent ohne Schleppgas geübt und einstudiert. Durch immer wieder andere Windverhältnisse entstehen
immer wieder neue Anforderungen. - Was gestern noch ganz toll funktioniert hat, paßt heute alles nicht
mehr.
Arbeiten mit dem Strömungsabriß
Ziel einer gescheiten Landung ist es: Das auserwählte Landefeld (normalerweise der Flugplatz) bereits aus
dem Queranflug heraus ohne Motorkraft sicher anzuschweben. Hierbei ist die Sinkrate und die Geschwindigkeit so zu
wählen, das das Landefeld mit ausreichender Überfahrt erreicht wird. Kurz vor der Landung möglichst
dicht über dem Boden auszuschweben, ohne diesen zu berühren. Dann innerhalb ca. 100 bis 150m mit dem
Stömungsabriß sanft aufzusetzen und zum Stillstand kommen. - Und: Erst wenn das Flugzeug steht, ist
die Landung beendet !
Und DAS alles auf 200m Maximum !
Ohne es zu wissen, sind diese Flugschüler / -innen nach ihrem 1. Alleinflug dann durchaus in der Lage, bei
einem Punktlandewettbewerb richtig satte Punkte abzustauben. Dieses unerbittliche Training ist daher auch DER Garant
dafür, das einem bei plötzlich auftretendem Motorausfall nicht gleich der Schweiß aus der Stirn
läuft. Entscheidungen und Handlungen werden im Falle eines Falles völlig automatisiert abgespult.
Erst bei einem Motorausfall zeigt sich die wahre Qualität einer Flugausbildung.
Ist diese Landetechnik nach 400 bis 450 Starts und Landungen erst einmal drin, möchte es der Flugschüler
/ die Flugschülerin später als SPL-Inhaber / -in gar nicht mehr anders haben. Denn: Es dient nicht nur der
eigenen Sicherheit, sondern auch der Sicherheit des späteren Passagiers und auch des Fluggerätes.
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